TÄTIGKEITBERICHT 2025
Gemeinschaft / Personalsituation:
Bedingt durch die Tatsache , dass der Mindestlohn jährlich ansteigt ( 12, 41 € in 2024/ 12,90 € in 2025, 13,90 € in 2026) sind die Möglichkeiten begrenzt, zusätzliche Personen in die Gruppe aufzunehmen . Personalkosten total belaufen sich auf ca 30.000,- € - bei durchschnittlichen Monatseinnahmen von ca 37.000,- € .
Zur Zeit sind 13 Personen sozialversichert bei Emmaus ( incl 1 Person Café) und zwei externen Mitarbeitern , die im Sozialbetrieb an der Geestemünderstr. arbeiten.
2025 hatten wir eine Person weniger in der Lohnliste.Die Arbeitszeit wurde ab Oktober bei allen Mitarbeiten um 4 Stunden pro Wochen reduziert.
Vorstandsarbeit/ Vereinsarbeit:
Der Vorstand besteht aus 5 Personen : Thomas Funder/ Christopher Burger/ Willi Does/( geschäftsführender Vorstand .) Dazu zwei stimmberechtigte Beisitzer: Thomas Drechsler/ Johannes Does. Dazu die Verantwortlichen Pascale Lepoutre-Does und Vlad Wierzbicki ( nicht stimmberechtigt)
Der Vorstand hat sich 2025 insgesamt zu 7 Sitzungen getroffen. ( alle 6 Wochen)
Wichtige Themen, die in der Vorstandsarbeit immer wieder auftauchen:
- Wie kann Emmaus die Räumlichkeiten gerade in der Geestemünderstr noch besser nutzen ?
- Was heißt das : die Emmaus – Standards zu erhalten und immer wieder neu zu erklären ?
- Wie kann sich Emmaus auch über seine Website noch besser präsentieren?
Arbeiten / Wirtschaftliches:
Der Verkauf gerade an der Geestemünderstr. und im Laden Nippes entwickelte sich im Laufe 2025 doch recht stabil
Geestemünderstr. 417.000,- € + 7% U- Steuer
Laden Nippes 20.500,- € + 7% U-Steuer
Café – Zuschuss Stadt Köln / Erlöse 44.100,-€
Mieten / einbehaltene Mieten Mitarbeitende 48.000,- €
Einnahmen Sendemast/ NetzAgentur 12.000,- €
anderes ( Zinsen/ Versicherungen 7.400,- €
Spenden 40.000,- €
außergewöhnliche Zuwendung an SatuMare
( wurde an diese Gruppe weitergeleitet) 20.000,- €
Total 609.000,- €
Einnahmen: Im Vergleich zu 2024 waren die Betriebseinnahmen fast gleich, Emmaus erhielt ca 10.000,- € an Spenden mehr
Erwähnenswert bei den Ausgaben: ca 39.000.- € wurden an externen Hilfen ausgegeben , d.h. ca 10.000,- € mehr als in 2024
Emmaus Köln hat an Emmaus International und Emmaus Europa über die angespannte Finanzlage seit Jahren berichtet, mit dem Ergebnis, dass wir nicht so leicht internationale Hilfsprojekte unterstützen können wie früher.
Ebenso hat Willi Does eine erneute Anfrage des VCDS / Indien zum ersten Mal als nicht finanzierbar erklärt.
Abholungen/ Warenabgabe:
ca 9t die Woche , wobei Emmaus möglichst im Kölner Norden Abholungen durchführen will. Seit ca drei Monaten steht Emmaus nur noch der Ford Transit für Abholungen und Lieferungen zur Verfügung, der LKW ist günstig verkauft, da er keinen keinen TÜV mehr erhalten hat.
Überlegungen zu Fahrzeugen sind noch offen und sollten in 2026 zu einem Ergebnis führen. Überlegung: Ein gebrauchter LKW mit Kasten / 3,5t , dafür Transit verkaufen. Ebenso stehen Emmaus zur Zeit 2 PKW zur Verfügung, einer sollte ebenso abgestoßen werden, sodass tatsächlich drei Fahrzeuge das Ziel sind: LKW / 3,5t, ein PKW , E- Fahrzeug OPEL.
Kleider / Materialien:
Zur Zeit müssen die überschüssigen Kleider über den Restmüll entsorgt werden. Dazu kommt, dass im Laufe des Jahres 2025 zwei größere Secondhand- Lager geschlossen haben, sodass immer mehr Kunden Kleider, Hausrat und Möbel bei Emmaus abgeben wollen. Dies führt zu Lagerproblemen und zu bedenklichen Sicherheitsrisiken ( Brandlast, Durchgänge).
- Laden Baudriplatz Trotz einiger oftmals altersbedingten Erkrankungen ist das Laden-Team seit über 30 Jahren überaus engagiert und sehr gut eingebettet in die Soziallandschaft in Nippes. Bilder , Fahrräder und auch Musikinstrumente haben dazu geführt, dass die Einnahmen sehr stabil sind.
- nach BGW- Begehungen zweimal in 2025 : wie immer wurden einige Mängel und Versäumnisse festgestellt, die Emmaus schwerlich in den Griff bekommt, ( anonymes
Abstellen von problematischen Artikeln wie Reifen, Reinigungsmittel etc/ mangelnde Qualifikation der Mitarbeitenden) Asbesthaltige Dachplatten/ Neonröhren- Lagerung/ - Brandschutz: Hinweiszeichen zu Notausgängen wurden in 2025 geändert ,
- Feuermelder werden nach Vorschrift alle zwei Jahre gewartet.
- Sicherheitsunterweisung wieder regelmäßig ( mindestens einmal im Jahr) >>> Thomas Funder hat Ende 2025 im Guffantihaus einen entsprechende Unterweisung an Ehrenamtliche und Mitarbeitende organisiert.
- Dauerthema : Elektrowerkstatt, die immer zu voll ist und schwer zu begehen ist.
- Übervolle Lager können zu einem Sicherheitsrisiko werden ( Brandlast/ Notausgänge)
Hilfstransporte/ Solidarität/ Emmaus – Beiträge:

6 Hilfstransporte in 2025 mit jeweils circa 12-15 Tonnen Gebrauchtwaren (überwiegend Möbel, Hausrat, Spielzeug und Elektroartikel) nach Polen . Vor allem der Krieg in der Ukraine hat dazu geführt, dass die deutschen Emmaus Gruppen mit Materialien und bei der Beladung der LKW beteiligt waren. Die beiden Transporte zu Emmaus Lublin werden mit medizinischem Gerät, Hygieneartikel und Medikamenten für Emmaus in Lwiw beladen, die nach Ankunft in Lublin an die ukrainische Emmaus Gruppe weitergeleitet werden
1 Hilfstransport wurde von Emmaus Deutschland für die Gruppe in Iasi/ Rumänien bereitgestellt und auch von Emmaus Deutschland bezahlt
Kosten: Transportkosten ca 13.000,- €/ an Emmaus Europa : 1.800,- € / Emmaus International 5.600,- €/ 2.500.- € an VCDS in Indien
Kosten Suppenküche Appellhofplatz bleiben hoch und belaufen sich wie im letzten Jahr auf ca 6.000,- € .

Der Verein „Gesundheit für Wohnungslose eV“ unterstützt im Rahmen seiner Förderung von Gesundheitsprogrammen die Suppenküche regelmäßig mit 4.000,- € / p.a.
Die Zahl der Personen, die die Suppenküche aufsuchen, ist seit der Pandemie gesunken auf ca 30-35 Personen. Das Angebot an Essen zu gelangen hat im Zentrum der Stadt zugenommen. Bisher gibt es jedoch keine Überlegungen , das Projekt einzustellen, zumal die Zusammenarbeit mit dem Verein „ Gesundheit für Wohnungslose“ schon seit 30 Jahren existiert und sich bewährt hat.
Zusätzliche Kosten sind entstanden durch die Auflösung des Vereins BfO ( Bürger für Obdachlose, die ca 30 Jahre die Montags- Suppenküche organisiert und finanziert hat. Sowohl Emmaus als auch der Verein „ Gesundheit für Wohnungslose“ werden in 2026 die Finanzierung übernehmen.

Anderes:
- Beteiligung an „Familienflohmärkten“ auf dem Gelände der Dr. Dormagen- Guffanti- Stiftung
- unregelmäßige Treffen der deutschen Emmaus- Gruppen, meistens per Video- Konferenz. Die Einrichtung des Vereins „Emmaus Deutschland“ zieht sich seit ca einem Jahr hin. ( Amtsgericht, Finanzamt, Bank)
- Der Nutzungsvertrag Guffantihaus ist seit April 2025 ausgelaufen. Drei Mitglieder des Emmaus Vorstandes haben sich mit der Leitung des Wohnungsamtes im Sommer getroffen und es wurde mündlich vereinbart, dass es einen neuen Nutzungsvertrag über 20 Jahren geben soll, sodass der Bestand einer Gemeinschaft gesichert zu sein scheint.
Die Zusage der Stadt Köln und der neue Nutzungsvertrag beinhaltet auch dass wir für eine Wohnung im 2. Stock nun extra Miete zahlen müssen da sie laut der Definition der Stadtverwaltung eher privat genutzt wird. Der Verein hat auch in Zuge dessen die Wohnung im kleinen Häuschen (Vlads ehemalige Wohnung) gekündigt. In einer noch ausstehenden Sitzungen des neu gewählten Stadtrats wird es in 2026 dann hoffentlich zu einer positiven Annahme des von der Stadtverwaltung vorgelegten Nutzungsvertrag von Seiten der Stadt Köln kommen. - ein Raum in 2. Etage Bürohaus wurde von Willi Does als kleiner Sport/ Gymnastikraum eingerichtet und kann zweimal pro Woche für kleine sportliche Aktivitäten genutzt werden.
- ein früherer „ Seminarraum“ über Möbellager ist geräumt und bedarf der Renovierung und einer Entscheidung, wie dieser schöne und große Raum genutzt werden kann. Zur Zeit werden dort Materialien für die ukrainische Emmaus Gruppe eingelagert.
- Am 12. September hat Emmaus seinen ersten so genannten Nachtflohmarkt mit viel Engagement und Spaß durchgeführt. Dies sollte ggf zweimal jährlich veranstaltet werden.
- Am 13. Dezember fand auf Anregung von Christopher Burger während des Verkaufs ein Upcycling Workshop bzw. eine „Nähveranstaltung“ statt mit ca 5 Teilnehmerinnen, die innerhalb von drei Stunden eine Freizeithose aus Altstoffen nähen lernten und einen kleinen Beitrag zu „ Upcycling“ leisten wollten. Auch dies würde sich lohnen zu wiederholen.
- auch in 2025 wurde für alle Mitarbeitenden ein Weihnachtsgeld von 200,- € ausgezahlt
Ausblick/ Perspektiven/ Probleme:
- Investitionen: An den Verkaufshallen an der Geestemünderstr. wurden vor zwei Jahren die ersten Verschönerungsarbeiten begonnen ( Verputzarbeiten/ Anstrich der Außenfassade). Diese müssen weitergeführt werden, um die Attraktivität des Standorts zu erhalten und zu verbessern
- Es ist und bleibt in den nächsten Jahren unsere Aufgabe, über den Erhalt, den Wert und die Perspektive einer Emmaus Gemeinschaft nachzudenken und zu vielleicht wichtigen Entscheidungen und Veränderungen zu gelangen.
- Seit Jahren hat Emmaus mehr Ausgaben als Einnahmen und dies muss uns einige Sorge bereiten. Durch die Reduzierung der Arbeitszeit (von allen Mitarbeitern) und somit auch der Löhne konnten wir ca. 3000 € monatlich "einsparen" und so 2025 erstmals seit einigen Jahren wieder ein kleines positives Betriebsergebnis erzielen. Es bleibt die Frage, wie eine dauerhafte Sicherung von Selbsthilfe zu erreichen ist.
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Verehrte Freundinnen und Freunde von Emmaus,
zum Schluss des Tätigkeitsberichts ein paar persönliche Worte. Seit 1991 bin ich nun der Vorsitzende unseres Vereins, und meistens hat mich das immer mit Stolz und Zuversicht erfüllt, auch zu wissen, mich am richtigen Ort und an der richtigen Stelle ein wenig für eine bessere Zeit engagieren zu können.
Und ich wusste immer, dass Emmaus Köln nur im Engagement von vielen entstehen kann, wenn wir uns für die Schwächsten und Ausgepowerten unserer Zeit einsetzen. Deshalb an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die vielen Compagnons und die unzähligen Ehrenamtlichen, die Emmaus in Köln seit fast 70 Jahren möglich gemacht haben.
Mir war immer klar, dass wir als aktuell hier und jetzt Aktiven auch nur „Seiteneinsteiger“ sind, denn so viele Menschen haben sich vor uns für die Sache der Schwächsten in unserer Gesellschaft eingesetzt. Und daraus erwächst für uns eine besondere Verantwortung, im Sinne unserer Satzung und im Sinne des Spirits von Emmaus International und Emmaus Europa weiter zu machen und in unseren Aktivitäten nicht nachzulassen.
Die letzten Jahre sind für uns alle in unseren Gesellschaften recht schwierig und wir erkennen immer mehr Ungerechtigkeiten, Gewalttätigkeiten … und zwar fast immer an den Schwächsten in unserer Umgebung.

Erlaubt mir , euch zum Schluss das Vorwort aus einem Buch von Erich Maria Remarque mitzugeben, es ist aus
„ Der schwarze Obelisk“ von 1956
„ Scheltet nicht, wenn ich einmal von den alten Zeiten rede. Die Welt liegt wieder im fahlen Licht der Apokalypse, der Geruch des Blutes und der Staub der letzten Zerstörung sind noch nicht verflogen, und schon arbeiten Laboratorien und Fabriken aufs Neue mit Hochdruck daran, den Frieden zu erhalten durch die Erfindung von Waffen, mit denen man den ganzen Erdball sprengen kann.--
Den Frieden der Welt! Nie ist mehr darüber geredet und nie weniger dafür getan worden als in unserer Zeit, nie hat es mehr falsche Propheten gegeben, nie mehr Lügen, nie mehr Tod, nie mehr Zerstörung und nie mehr Tränen als in unserem Jahrhundert, dem des Fortschritts, der Zivilisation, der Massenkultur …. und des Massenmordes.
Darum scheltet nicht, wenn ich einmal zurückgehe zu den sagenhaften Jahren , als die Hoffnung noch wie eine Flagge über uns wehte und wir an so verdächtige Dinge glaubten wie
Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Toleranz-
und auch daran, dass Weltkriege genug Belehrung sein müsse für eine Genration.“
Mit Zuversicht und guter Laune … trotz alledem
Willi Does im Februar 2026