{"type":"rich","html":"<div style=\"width: 640; height: 426; font-family: sans-serif,arial,freesans;\" ><div id=\"shared_container_33562606\" class=\"shared_container\"><div id=\"shared_header_33562606\" class=\"shared_header\"><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\"><img src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/profile\/s\/4\" alt=\"Emmaus K\u00f6ln\" height=\"32\" width=\"32\" loading=\"lazy\" \/><\/a><span><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\">Emmaus K\u00f6ln<\/a>  wrote the following  <a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/display\/f6883822-5a51-4a19-84e6-bf8ed3ce8bea\">post <\/a><span class=\"autotime\" title=\"2014-02-01T01:00:00+01:00\">Sat, 01 Feb 2014 01:00:00 +0100<\/span><\/span><\/div><div id=\"reshared-content-33562606\" class=\"reshared-content\"><strong>Appell 2014<\/strong><br \/><strong>Aufruf von Abb\u00e9 Pierre am 01. Februar 1954<\/strong><br \/><br \/><em>Zu Hilfe meine Freunde!<\/em><br \/><br \/><em>Heute Nacht um drei Uhr ist auf dem Boulevard Sebastopol eine Frau gestorben, sie hatte nur ein einziges Papier bei sich, den ihr zugestellten R\u00e4umungsbefehl.<\/em><br \/><br \/><em>Jede Nacht kauern so wie sie \u00fcber 2000 Menschen im strengen Frost auf der Stra\u00dfe,<\/em><br \/><br \/><em>ohne ein Dach \u00fcber dem Kopf,<\/em><br \/><br \/><em>ohne ein St\u00fcck Brot.<\/em><br \/><br \/><em>Mehr als einer ist beinahe nackt.<\/em><br \/><br \/><em>H\u00f6rt, was ich sage! Angesichts so grauenvoller Zust\u00e4nde sind nicht einmal mehr Behelfssiedlungen vordringlich.<\/em><br \/><br \/><em>Innerhalb von drei Stunden sind zwei erste Notunterk\u00fcnfte geschaffen worden; diese sind bereits \u00fcberf\u00fcllt.<\/em><br \/><br \/><em>\u00dcberall m\u00fcssen neue geschaffen werden.<\/em><br \/><br \/><em>Noch heute m\u00fcssen in allen St\u00e4dten Schilder h\u00e4ngen mit der \u00dcberschrift:<\/em><br \/><br \/><div style=\"text-align:center;\"> <br \/><em><strong>NOTUNTERKUNFT F\u00dcR UNSERE BR\u00dcDER:<\/strong><\/em><br \/><br \/><em><strong>Notleidender, wer du auch seist,<\/strong><\/em><br \/><br \/><em><strong>tritt ein, schlaf dich aus, iss dich satt,<\/strong><\/em><br \/><br \/><em><strong>fass wieder Mut!<\/strong><\/em><br \/><br \/><em><strong>Hier wirst du geliebt.<\/strong><\/em><br \/><br \/><\/div><br \/><br \/><em>Der Wetterdienst k\u00fcndigt einen Monat mit strengem Frost an. Solange der Winter dauert, m\u00fcssen diese Unterk\u00fcnfte bestehen bleiben.<\/em><br \/><br \/><em>Angesichts der elend zugrunde gehenden Br\u00fcder darf es unter den Menschen nur noch einen Willen geben:<\/em><br \/><br \/><em>diesem unerh\u00f6rten Elend auf den Stra\u00dfen ein Ende zu bereiten.<\/em><br \/><br \/><em>Lieben wir einander genug, um das sofort, noch heute zu tun.<\/em><br \/><br \/><a class=\"zrl\" href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photos\/info\/image\/956ecced-6257-452f-b9d6-98cf2f2816f1\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img class=\"zrl\" style=\"max-width: 100%;\" src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/956ecced-6257-452f-b9d6-98cf2f2816f1-1.jpg\" alt=\"cache_2444937108.jpg-t-1390246666.jpg\" title=\"cache_2444937108.jpg-t-1390246666.jpg\" loading=\"eager\" \/><\/a><br \/><br \/><strong>Aufruf vom 1. Februar 2014<\/strong><br \/><br \/>Wie w\u00e4re es denn, wenn wir seit nun 60 Jahren Recht h\u00e4tten?<br \/><br \/>\u201eHandeln, damit jeder Mensch, jede Gesellschaft, jede Nation dank des Austauschs, des Teilens, sowie der gleichberechtigten W\u00fcrde leben, sich behaupten und entfalten kann\u201c. (Aus dem universellen Manifest von Emma\u00fcs \/ 1969)<br \/><br \/>Am Anfang des XXI. Jahrhunderts erleben wir eine politische, wirtschaftliche, soziale und \u00f6kologische Krise, die das Ende eines Systems und den Verlust der moralischen Grundwerte unserer Gesellschaft einl\u00e4utet. Ihre Auswirkungen auf die schw\u00e4chsten Mitglieder unserer Gesellschaft sind <strong>unertr\u00e4glich<\/strong> <strong>und<\/strong> <strong>unannehmbar****.<\/strong><br \/><br \/>Am 1. Februar 1954, als Frankreich noch mit den Folgen des Krieges zu k\u00e4mpfen hatte, ert\u00f6nte der Aufruf vom Abb\u00e9 Pierre: \u201eMeine Freunde, Hilfe !\u2026\u201c; es ging darum den Obdachlosen Schutz gegen die eisige K\u00e4lte anzubieten. Die Politik folgte ihm nicht sofort, die B\u00fcrger dagegen reagierten direkt! Dieser Aufruf des 1. Februars 1954 l\u00f6ste \u201eden Aufstand der G\u00fcte\u201c aus.<br \/><br \/>Nach dem Tod des Emma\u00fcs Gr\u00fcnders haben wir, die Mitwirkenden in der Emma\u00fcs Gemeinschaft, beschlossen, den Kampf, den er sein Leben lang mit Mut und Beharrlichkeit gef\u00fchrt hat, weiter zu f\u00fchren.<br \/><br \/>Wir, Gemeinschaftsmitglieder, Freunde, Ehrenamtliche, sowie Angestellte von Emma\u00fcs teilen weiter die Entr\u00fcstung von Abb\u00e9 Pierre angesichts der Ungerechtigkeit und des Elends. Nach dem Prinzip \u201eHilfe zur Selbsthilfe\u201c und mit der st\u00e4ndigen Frage: \u201eUnd die Anderen?\u201c starten wir einen neuen Aufruf. Manche m\u00f6gen es als Utopie abstempeln, aber das Modell hat sich weltweit bew\u00e4hrt.<br \/><br \/><strong>Wir von Emmaus sind davon \u00fcberzeugt, dass eine lebenswerte Gesellschaft eine Gesellschaft ist, die aufnimmt und in der jeder seinen Platz findet!<\/strong><br \/><br \/>Seit 60 Jahren nehmen wir bedingungslos jede Person, die zu uns kommt, auf. Genauso bedingungslos respektieren wir die Freiheit und die W\u00fcrde des Anderen. Bei Emmaus wird der Geholfene zum Helfer. Es sind gerade die Menschen, die von der Gesellschaft abgelehnt und stigmatisiert werden, die zeigen, dass sie bereit sind, alles zu geben.<br \/><br \/>Seit 60 Jahren bieten wir jedem Menschen, den wir aufnehmen, eine umfassende Begleitung an (Versorgung, Unterkunft, Aktivit\u00e4ten,\u2026), damit er wieder seine W\u00fcrde, seine Autonomie und sein Selbstvertrauen erlangt.<br \/><br \/>Seit 60 Jahren entwickeln wir wirtschaftliche und soziale Alternativen f\u00fcr die \u00c4rmsten, Einsamsten, Mittellosesten dank einer reichhaltigen T\u00e4tigkeitspalette, die sich nach den Bed\u00fcrfnissen und F\u00e4higkeiten des Einzelnen richtet, und nicht umgekehrt.<br \/><br \/>Wie w\u00e4re es, wenn wir Recht h\u00e4tten, den Menschen wieder zum Mittelpunkt des Systems zu erkl\u00e4ren?<br \/><br \/>Wie w\u00e4re es, wenn wir Recht h\u00e4tten, zu sagen, dass das Elend kein unabwendbares Schicksal ist?<br \/><br \/>Wie w\u00e4re es, wenn wir Recht h\u00e4tten, eine Gesellschaft aufbauen zu wollen, die solidarischer ist und in der die \u00d6konomie nur ein Mittel im Dienste des Menschlichen ist?<br \/><br \/>Es gibt noch viel zu tun\u2026<br \/><br \/>Daher ein neuer Aufruf.<br \/><br \/>Je zahlreicher wir zusammen neue alternative L\u00f6sungen erfinden, desto besser werden wir nicht nur die Folgen, sondern auch die Gr\u00fcnde der Armut weiter zur\u00fcckdr\u00e4ngen k\u00f6nnen.<br \/><br \/>Wie w\u00e4re es, wenn wir heute Recht h\u00e4tten, Sie anzusprechen, damit Sie sich auch entr\u00fcsten?<br \/><br \/><strong>Wie w\u00e4re es, wenn wir heute Recht h\u00e4tten, Sie aufzufordern, sich zu engagieren?<\/strong><br \/><br \/>Wir investieren alle zusammen in die Menschlichkeit. F\u00fcr heute und f\u00fcr morgen. Entscheiden wir uns f\u00fcr die Solidarit\u00e4t, keiner will Barmherzigkeit!<br \/><br \/>Nur wenn wir alle zusammen weiter innovieren und handeln, machen wir es m\u00f6glich, dass die Ausgrenzung zur\u00fcckgeht. Nehmen wir alle zusammen diese Herausforderung an!<br \/><br \/><strong>Wie w\u00e4re es, wenn wir, genau so wie vor 60 Jahren, Recht h\u00e4tten, erneut auf Sie zu z\u00e4hlen?<\/strong><\/div><\/div><br \/><\/div>","width":640,"height":426}