{"type":"rich","html":"<div style=\"width: 640; height: 426; font-family: sans-serif,arial,freesans;\" ><div id=\"shared_container_1134122847\" class=\"shared_container\"><div id=\"shared_header_1134122847\" class=\"shared_header\"><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\"><img src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/profile\/s\/4\" alt=\"Emmaus K\u00f6ln\" height=\"32\" width=\"32\" loading=\"lazy\" \/><\/a><span><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\">Emmaus K\u00f6ln<\/a>  wrote the following  <a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/display\/abdac3b7-dade-48d0-9783-f137d39178e7\">post <\/a><span class=\"autotime\" title=\"2014-06-15T02:00:00+02:00\">Sun, 15 Jun 2014 02:00:00 +0200<\/span><\/span><\/div><div id=\"reshared-content-1134122847\" class=\"reshared-content\"><strong>Artikel zu Emmaus-Themen<\/strong><br \/><strong>Aus den Nachrichten der Monate:<\/strong><br \/><br \/>Das Widerspruchsrecht gegen\u00fcber Beh\u00f6rden , ein altes B\u00fcrgerrecht in einzelnen Bundesl\u00e4ndern so auch in NRW ist abgeschafft,<br \/><br \/>Zur Begr\u00fcndung:<br \/><br \/>Der B\u00fcrger k\u00f6nne ja bei Gericht klagen, und dies bei oftmals recht kleinen Fehler von Beh\u00f6rden bei Bescheiden.<br \/><br \/>Eine klare Tendenz hin zur Einsch\u00fcchterung von Menschen, zur Schw\u00e4chung von Demokratie und Transparenz, zu einem Kalk\u00fcl, dass immer mehr Menschen von ihrem Recht auf Widerspruch bei immer h\u00f6heren H\u00fcrden schon keinen Gebrauch machen werden.<br \/><br \/>Einen Widerspruch zu formulieren und einzufordern, das ist keine Kunst, f\u00fcr viele eben auch leistbar, \u00fcberschaubar und direkt, aber der Schritt hin zur gerichtlichen Auseinandersetzung, auch mit Kosten, ist eben immer exklusiver f\u00fcr Menschen aus privilegierter Schicht. -\/-<br \/><br \/>Schon vor Jahren ein Mitarbeiter einer gro\u00dfen deutschen Krankenkasse;<br \/><br \/>\u201eWir sind angehalten, nach marktwirtschaftlichen Bedingungen, die Gesundheitsdienste an Menschen einzusparen\u201c ... und dies nat\u00fcrlich immer mit einem L\u00e4cheln des Sachbearbeiters dem Kunden gegen\u00fcber. -\/-<br \/><br \/>Menschen , die mit uns in der Emmaus Gemeinschaft als Kunden mit \u201eHartz IV\u201c Hintergrund einkaufen, Menschen, die Suppe am Apppellhofplatz essen kommen:<br \/><br \/>\u201e Die Sachbearbeiter der Jobcenter nehmen uns als Menschen mit vielschichtigen Problemen nicht wahr, wollen den durchsichtigen Menschen bei ihren sogenannten Hilfsprogrammen, denen wir uns immer mehr entziehen m\u00fcssen. Wir k\u00f6nnen das Hilfssystem nicht verstehen und passen nicht hinein\u201c<br \/><br \/>Oft nat\u00fcrlich von kleinen Gaunereien und Unzul\u00e4nglichkeiten begleitet sp\u00fcren Menschen, dass sie sich nicht in die Karten gucken lassen wollen, die Konsequenz:<br \/><br \/>Sie nehmen die Hilfen der \u00c4mter nicht mehr in Anspruch.<br \/><br \/>Beh\u00f6rden und \u00c4mter, und sogar die mit sozialem Anspruch werden mehr und mehr wahrgenommen als kontrollierende, Hilfe verschweigende Institutionen, die man am liebsten von au\u00dfen betrachtet.-\/-<br \/><br \/>Alte, erfahrene Organisationen in der Sozialarbeit, vorrangig in der Obdachlosenarbeit nehmen zur Kenntnis, dass auch sie weniger Leistungen bezahlt bekommen, die sie aber tats\u00e4chlich erbringen.-\/-<br \/><br \/>Statt dessen werden einmal im Jahr die Arbeiten von Ehrenamtlichen mit Kaffee und Kuchen und Ansteckstecknadeln und warmen H\u00e4ndedr\u00fccken gefeiert, es ist offenbar, dass das Ehrenamt immer mehr existenzielle Arbeit \u00fcbernehmen soll und muss, da sich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf allen Ebenen aus ihrer Verantwortung gestohlen haben, schlimmer noch, sich dem Diktat des \u201eMarktes\u201c unterworfen haben.-\/-<br \/><br \/>...und dann eine sonnt\u00e4gliche Talkrunde im Deutschen Fernsehen bespricht mit viel parteipolitischen Stellungsk\u00e4mpfen eine Studie zum Verh\u00e4ltnis der Deutschen zur Demokratie, zur Politikm\u00fcdigkeit , der Einstellung zur politischen Klasse<br \/><br \/>Eine Erkl\u00e4rung , vielleicht auch nur ein sch\u00f6nes Lippenbekenntnis der Politik, hier der Parlamentarierer des Europaparlaments:<br \/><br \/><blockquote>- in der Erw\u00e4gung, dass der Rat &quot;Besch\u00e4ftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz&quot; die Bek\u00e4mpfung von Obdachlosigkeit 2005 als Priorit\u00e4t festlegte, und Obdachlosigkeit auch im Rahmen des Aspekts der &quot;aktiven Einbeziehung&quot; im Kontext der Strategie der Europ\u00e4ischen Union betreffend den Sozialschutz und die Integration als vorrangig zu bek\u00e4mpfendes Ph\u00e4nomen eingestuft wurde, <br \/>- in der Erw\u00e4gung, dass der Zugang zu angemessenem Wohnraum ein grundlegendes Menschenrecht ist und der Zugang zu einer Bleibe oft der erste Schritt hin zu geeigneten und dauerhaften Wohnm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Menschen ist, die von extremer Armut und Ausgrenzung betroffen sind,<br \/>- in der Erw\u00e4gung, dass in jedem Winter \u00fcberall in der Europ\u00e4ischen Union Menschen erfrieren, weil es nicht genug Notunterk\u00fcnfte und mobile Dienste gibt,<br \/>- in der Erw\u00e4gung, dass Obdachlosigkeit die sichtbarste Form von Wohnungslosigkeit ist, die nur als Teil einer umfassenden, ganzheitlichen Strategie wirksam bek\u00e4mpft werden kann,<br \/>- in der Erw\u00e4gung, dass es dieses Jahr bereits zweimal dringende Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Obdachlosigkeit gefordert hat,<br \/><br \/><ol class=\"listdecimal\" style=\"list-style-type: decimal;\">[<em>]fordert den Rat auf, sich darauf zu einigen, dass EU-weit der Obdachlosigkeit bis zum Jahre 2015 ein Ende gemacht wird;<br \/>[<\/em>]fordert die Kommission auf, eine EU-Rahmendefinition von Obdachlosigkeit auszuarbeiten, vergleichbare und zuverl\u00e4ssige statistische Daten zu erheben und j\u00e4hrlich \u00fcber die neuesten Ma\u00dfnahmen und Fortschritte in den Mitgliedstaaten zur Beendigung der Obdachlosigkeit zu berichten;<li>fordert die Mitgliedstaaten mit Nachdruck auf, &quot;Notpl\u00e4ne f\u00fcr den Winter&quot; als Teil einer umfassenden Strategie zur Bek\u00e4mpfung der Obdachlosigkeit auszuarbeiten;<\/ol><br \/>4.beauftragt seinen Pr\u00e4sidenten, diese Erkl\u00e4rung mit den Namen der Unterzeichner dem Rat, der Kommission und den Regierungen und Parlamenten der Mitgliedstaaten zu \u00fcbermitteln.<\/blockquote><br \/><br \/>Soweit das Europa- Parlament !<br \/><br \/>Gibt es \u00fcberhaupt noch einen gemeinsamen Blick in dieser politisch, wirtschaftlich und sozial aufgerissenen und verwundeten Gesellschaft f\u00fcr unsere Demokratie?<br \/><br \/>Hat sich nicht gerade in den letzten 20 Jahren des \u201eNeuen Evangeliums der Freien Marktwirtschaft\u201c eine unglaubliche geistige Verst\u00fcmmelung ja schon Verbl\u00f6dung gezeitigt und hat sich nicht das politische Desinteresse z.B. in der Elternh\u00e4usern derart ausgebreitet, dass Kinder und Jugendliche aus den unteren Gesellschaftsklassen tats\u00e4chlich schon auf verlorenem Posten sind und dort auch bleiben sollen?<br \/><br \/>Gibt es nicht schon lange eine gesellschaftliche Entwicklung, die immer deutlicher einkommensschwache - lose Menschen ausgrenzt , zum nutzlosen Beiwerk unseres Landes erkl\u00e4rt hat und deren Schritte in die Gesellschaft hinein immer mehr verbaut sind. Beispiele zuhauf:<br \/><br \/>Elterngeld f\u00fcr gutverdiendende Ehepaare, dreigliedriges, aussortierendes Schulsystem ?<br \/><br \/>Muss man sich nicht vielmehr wundern, wie geduldig Millionen von Ausgegrenzten und Menschen in Arbeit und Beruf, aber auf der unsicheren Schiefebene von Armut trotz Arbeit diese Entwicklung ertragen und das gerade in Zeiten immer grandioserer Boni f\u00fcr f\u00fcr wirtschaftlichen Mi\u00dferfolg.<br \/><br \/>Es besteht tats\u00e4chlich die Gefahr , dass die Instrumente unserer Demokratie von der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung nicht mehr verstanden, vielleicht auch nicht mehr akzeptiert werden<br \/><br \/>Aber es gibt Hoffnung auf eine andere Gesellschaft.<br \/><br \/>Und wenn sich unser Staatswesen nicht mehr als Ganzes steuern l\u00e4sst, vor allem eben nicht von oben nach unten , so gibt es eben gerade auch am &quot;Bodensatz der Gesellschaft\u201c sehr viele interessante Alternativmodelle von Solidarit\u00e4t und gemeinsamen Aktionen.<br \/><br \/>Es werden in den n\u00e4chsten 20 Jahren die Armen andere Modelle von Arbeit , Zusammenleben und Teilen organisieren wollen und m\u00fcssen, denn hier gilt es zu verstehen, was uns die sog. Dritte Welt schon lange vorgegeben hat:<br \/><br \/>Wer soll denn ihr Schicksal in die Hand nehmen, wenn nicht die Ausgegrenzten und Verzweifelten selbst?<br \/><br \/>Es werden immer mehr selbstbestimmte Projekte von unten her entstehen neben den Bankt\u00fcrmen von Frankfurt oder der Wall Street.<br \/><br \/>Antworten von Emmaus:<br \/><br \/><ul class=\"listbullet\"><li>\u201e wie kann ich gl\u00fccklich sein, wenn mein N\u00e4chster leidet...\u201c<br \/><br \/>Begrenzung auf das Wesentliche, auch und vor allem auf das Lokale.<br \/><br \/>Empowerment von Menschen, die man abgeschrieben hat<br \/><br \/>eine andere Identit\u00e4t , die neu zuentdeckende W\u00fcrde als teilnehmendes Mitglied in einer anderen Form von Gesellschaft.<br \/><br \/>Erkennen, dass es eine andere Wirklichkeit gibt als die, die uns materielles Gl\u00fcck vorbetet.<br \/><br \/>Internationaler Horizont<br \/><br \/>von unten her lokale, regionale und internationale Netzwerke aufbauen und weiterentwickeln<br \/><br \/>entdecken, dass wir nicht von Gott und der Welt verlassen sind, wenn uns die gro\u00dfe Politik vergessen hat, uns in die Schmuddelecke stellen will, sondern, dass unsere Aktionen Politik sind , Aktionen von unten, die die Welt ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/ul><br \/><strong>Brief von Emmaus \u2013 Mitarbeitern an einen Freund<\/strong><br \/><br \/>gestern haben wir dich erneut sehen und h\u00f6ren d\u00fcrfen , und es ist immer wieder ein Vergn\u00fcgen, aber auch eine Herausforderung f\u00fcr uns , euch zu h\u00f6ren.<br \/><br \/>Immer , wenn du in der Geschichte , in den Verwicklungen, Heucheleien und Sch\u00f6nf\u00e4rbereien unserer Stadt K\u00f6ln herumw\u00fchlst, die wir aber doch alle lieben ,<br \/><br \/>sind wir beeindruckt von so vielen Details \u00fcber unsere Stadt.<br \/><br \/>Wir sind alle K\u00f6lner B\u00fcrger , das ist wohl wahr und doch , und das ist der Grund unseres Briefes, es ist auch wahr, dass bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen und deren Vertreter immer mehr ins Abseits zu geraten scheinen.<br \/><br \/>Da wir wissen, dass du daf\u00fcr ein sensibles N\u00e4schen hast, versuchen wir es eben mal.<br \/><br \/>Es geht dabei weniger um Emmaus als Selbsthilfe, die ganz gut dasteht, die eben in K\u00f6ln auch eine gewisse Daseinsberechtigung zu haben scheint, es geht vielmehr um Gruppen und Menschen, die immer weniger eine Lobby haben:<br \/><br \/>Das ganze \u201eGem\u00f6lsch\u201c von Armen, Migranten, Sans- Papiers, kinderreichen Familien, ALG II- Bezieher, hart Arbeitenden, deren Lohn aber nie reicht f\u00fcr ein ausk\u00f6mmliches Leben.<br \/><br \/>Die Art und Weise , wie unsere Politik .die Verwaltung und die Medien , also die \u201eEliten\u201c unserer Gesellschaft mit diesem \u201ePack\u201c und deren Interessenvertretern<br \/><br \/>umgeht, einfach links liegen l\u00e4sst, zustehende Rechte erst einmal verweigert,<br \/><br \/>das Schwarze unter den Fingern\u00e4geln bei jedem Einzelnen abfragt, kontrolliert und protokolliert, und immer zu Ungunsten der Armen auslegt, immer h\u00f6her die H\u00fcrden macht....<br \/><br \/>dies alles macht uns immer zorniger \u2026 und wir finden keine Verb\u00fcndeten mehr bei den \u201eEliten\u201c.<br \/><br \/>Das Emmaus Leute, und das haben wir noch vor kurzem bei einem Deutschlandtreffen der Compagnons herausgearbeitet, wissen, dass sie selbst eine \u201eElite von Unten\u201c sind, das will ich gar nicht bestreiten und das macht uns auch stolz auf all das Geleistete.<br \/><br \/>Uns scheint aber, dass die soziale Frage nicht im sog Mainstream steht, dass mehr dar\u00fcber philosophiert wird, wie wir aus dem Atomstrom herauskommen, im \u00dcbrigen eine wichtige Debatte, aber die Frage nach der Gerechtigkeit, nach dem Sinn guter Arbeit , Ern\u00e4hrung, Behausung und Bildung , und zwar nicht nur f\u00fcr Eliten sondern als Menschenrecht f\u00fcr alle:<br \/><br \/>Das kann man keinem mehr verk\u00fcnden, statt dessen richten wir uns auf \u201eWohlfahrt\u201c ein, auf die \u201eVertafelung\u201c der Gesellschaft, in der die Armen nie Rechte haben, aber mit Almosen kaltgestellt werden.<br \/><br \/>Lieber Freund,<br \/><br \/>es scheint , dass viele an den Wunden der Gesellschaft herumschneiden, die man nur f\u00fcr sich gesehen, nicht allein behandeln kann.<br \/><br \/>Und das wissen auch alle.<br \/><br \/>Wenn wir von Politik reden, dann meinen wir, dass es , wie Abb\u00e9 Pierre vor vielen Jahren gesagt hat; einen Krieg der Reichen gegen die Armen gibt, der auch auf ganz anderen Ebenen gef\u00fchrt wird als nur auf der kommunalen Ebene .<br \/><br \/>Ob in Bildungs- Gesundheits- und Arbeitssystemen:<br \/><br \/>Es sollen nutzlose Menschen aussortiert und m\u00f6glichst nicht mehr zu Wort kommen.<br \/><br \/>Das System will und kann nur noch die lokalen Wunden ein wenig zukleistern , an einen Wechsel im Bewusstsein , der Vision, dass alle Menschen ihre W\u00fcrde , ihren Zugang auf Gesundheit, Bildung und Arbeit haben, wird schon lange kein Gedanke mehr verschwendet.<br \/><br \/>In diesem R\u00e4derwerk ist die Verwaltung zust\u00e4ndig, die Misere eben zu verwalten und wir von Emmaus m\u00f6glichst f\u00fcr den \u201eAlmosenbetrieb\u201c.<br \/><br \/>Und wir wissen auch dies alle: Das wird nicht reichen in einer globalisierten Welt, in den Millionen von Menschen von Osten und Afrika nach Europa dr\u00e4ngen und sich das holen werden , was sie brauchen und was wir ihnen nicht geben wollen.....\/<br \/><br \/>Gutverdiendende aus Mittelschicht verachten den Sozialstaat, Intellektuelle machen Front gegen Solidarit\u00e4t.<br \/><br \/>Alles eben nicht neu, denn schon vor ca 15 Jahren, ein paar Jahre nach der weltweiten Einf\u00fchrung, dem weltweiten Sieg des neoliberalen Denken, der Idee, dass man die Reichen so weit entlasten muss wie nur irgend m\u00f6glich , die deregulierten Kr\u00e4fte des \u201eHeilenden Marktes\u201c alles tun, dass auch im Bodensatz der Gesellschaften der Wohlstand ankomme, haben wir von Emmaus schon vorausgesagt, dass es eine Spaltung der Gesellschaft in Reich und Arm geben wird, mit wenig Interesse aneinander, mit keinerlei Kenntnis voneinander,<br \/><br \/>Aus dem Wohlstand f\u00fcr alle ist nat\u00fcrlich nichts geworden, vielmehr werden nach dem Prinzip der Barmherzigkeit einige Brosamen als Almosen und Spenden unter den Tisch geworfen.<br \/><br \/>Die Frage nach freier Entfaltung in Menschenw\u00fcrde , nach gerechten Strukturen,<br \/><br \/>nach freiem Zugang zu Gesundheit, Bildung und Kultur wird gar nicht mehr gestellt, ist nicht mehr Thema des politischen Mainstreams, vielmehr:<br \/><br \/>Armut und Ausgegrenztsein ist jeder selber schuld, und vielleicht gibt es den ein oder anderen Gutschein, das Carepaket der Tafeln zu Weihnachten, denn Verelendung ist nach heutigem Verst\u00e4ndnis individuell zu verantworten und eben auch individuell zu begegnen, aber immer durch Gew\u00e4hrung von Almosen<br \/><br \/>\u2026 und in 2009 , dem Jahr des Jubil\u00e4ums von Emmaus mit vielen Darstellungen in der Presse wurde uns dies auch klar:<br \/><br \/>Der Kampf f\u00fcr Gerechtigkeit, die innere Struktur einer Emmaus- Gemeinschaft, die nicht ein Ort des Almosens ist, wo nicht ein Teller Suppe gew\u00e4hrt wird, sondern wo m\u00f6glichst selbstbewusste Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen wollen und k\u00f6nnen, wird gar nicht mehr verstanden, gar nicht mehr gewollt zur Kenntnis genommen.<br \/><br \/>Kurz:<br \/><br \/>Entweder Geld und Arbeit oder Almosen und offene H\u00e4nde zum Betteln, das sind die einzigen Alternativen der Wahrnehmung auch in der sog. wohlmeinenden \u00d6ffentlichkeit.<br \/><br \/>Uns von Emmaus \u00f6den diese Bilder und Wahrnehmungen immer mehr an, aber letztlich sollen wir dankbar sein ob der Spende, die uns dann schon auch mal erreicht.<br \/><br \/>Letztlich ahnen wir auch, dass die wohlmeinenden Reichen und Eliten bei allem Sponsoring nicht bereit sind, auf die wirklichen Ursachen von Ausgrenzung und Verelendung zu schauen.<br \/><br \/>Geldspenden beruhigen die Nerven , das Gem\u00fct und das Gewissen.<br \/><br \/>\u2026 Und immer werden zus\u00e4tzlich diejenigen , die noch nicht einmal mehr wohlmeinend daherkommen mit Verst\u00e4ndnis und einer Spende:<br \/><br \/>Elend, Behinderung, Altsein, Arbeitslosigkeit kotzt sie an, und das sagen sie auch immer offener.<br \/><br \/>Die Gesellschaft spaltet sich auf und keine gemeinsame Basis , Gemeinwesen,<br \/><br \/>ein \u201eCommon Sense\u201c ist nicht erkennbar und auch nicht mehr gewollt.<br \/><br \/>Die Verm\u00f6genden kaufen sich ihre Leistungen und haben kein Interesse mehr an einer allgemein funktionierenden Infrastruktur von Staat und Kommunen.<br \/><br \/>Genau deshalb ist auch folgerichtig, dass diese Klasse denn auch immer weniger Steuern zahlt, Steuern sind zur Finanzierung von allgemein zug\u00e4ngigen Einrichtungen bestimmt, wer sich allerdings alles kaufen kann, braucht den Staat nicht mehr..<br \/><br \/>\u2026 und wenn alles an Strukturen in einer Gesellschaft vor die Wand gefahren ist, weil nicht mehr finanzierbar, dann funktioniert jedoch immer noch dies:<br \/><br \/>Verwaltung, Polizei und Armee zur inneren und \u00e4u\u00dferen Kontrolle der Verelendeten und am Rande Stehenden und potentiell Kriminellen.<br \/><br \/>Lieber Freund , es scheint in diesem System zucken wir ein wenig herum, eben jeder in seiner jeweiligen Ecke<br \/><br \/>aber bei allem vielleicht durchscheinenden Pessimismus, der gar keiner ist, sondern eher Realismus, ist die einzige Chance f\u00fcr die Menschen, um die wir uns \u201ek\u00fcmmern\u201c, dass sie ihre Schicksal selbst in die Hand nehmen werden, und das tun sie , von uns allen oft nicht erkennbar.<br \/><br \/>Verwaltungssystemische Netzwerke sind das eine, aber vor allem sind es die alternativen Wirtschaft- und Lebensformen, die das Gesicht unserer Gesellschaft ver\u00e4ndern werden. Das ist keine Romantik, wir lernen in dieser ehemaligen Wohlfahrtsgesellschaft, in dieser ehemaligen Sozialen Marktwirtschaft das, was andere Gesellschaft in anderen Kontinenten schon immer machen mussten:<br \/><br \/>wer soll schon die Armen retten, wenn nicht sie selbst.<br \/><br \/>Aber wir da unten zahlen einen verdammt hohen Preis f\u00fcr unser selbstbe-stimmtes Leben ,<br \/><br \/>und wir w\u00fcrden so gerne diese verkrusteten Herzen und Gehirne manchmal etwas aufweichen oder aufrei\u00dfen wollen.<\/div><\/div><br \/><\/div>","width":640,"height":426}