{"type":"rich","html":"<div style=\"width: 640; height: 426; font-family: sans-serif,arial,freesans;\" ><div id=\"shared_container_1356009525\" class=\"shared_container\"><div id=\"shared_header_1356009525\" class=\"shared_header\"><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\"><img src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/profile\/s\/4\" alt=\"Emmaus K\u00f6ln\" height=\"32\" width=\"32\" loading=\"lazy\" \/><\/a><span><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\">Emmaus K\u00f6ln<\/a>  wrote the following  <a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/item\/a30f4041-9e57-479f-80a9-c76fb578b91b\">post <\/a><span class=\"autotime\" title=\"2026-08-24T12:24:52+02:00\">Mon, 24 Aug 2026 12:24:52 +0200<\/span><\/span><\/div><div id=\"reshared-content-1356009525\" class=\"reshared-content\"><strong>Armutsbericht des Parit\u00e4tischen 2026<\/strong><br \/>Emmaus in K\u00f6ln ist seit mehr als 40 Jahren eine Mitgliedsorganisation von ca 10.000 Vereinen und Initiativen in Deutschland.<br \/>Der neue Armutsbericht 2026 der Parit\u00e4t mit dem Titel\u201c Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit\u201c enth\u00e4lt alarmierende Befunde: Die soziale Spaltung in Deutschland versch\u00e4rft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut, die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent. Gleichzeitig w\u00e4chst die Kluft zwischen Regionen und Bev\u00f6lkerungsgruppen. W\u00e4hrend Armut insgesamt zunimmt, verfestigt sie sich besonders bei \u00c4lteren, Frauen und Alleinerziehenden. <br \/>Mit einer Armutsquote von 19,5 Prozent ist inzwischen fast jede f\u00fcnfte Person ab 65 Jahren betroffen, bei Frauen \u00fcber 75 Jahren sind es sogar 21,3 Prozent. Alleinlebende tragen mit 30,3 Prozent ein besonders hohes Armutsrisiko, Alleinerziehende mit 28,9 Prozent. Die Folgen sind l\u00e4ngst im Alltag angekommen: am K\u00fcchentisch, beim Einkauf, bei der Frage, ob eine vollwertige Mahlzeit noch bezahlbar ist... und der Andrang bei den Tafeln in Deutschland spricht auch f\u00fcr sich.<br \/>Hinter den steigenden Armutszahlen stehen konkrete Einschr\u00e4nkungen im Alltag: Millionen Menschen k\u00f6nnen sich unerwartete Ausgaben nicht leisten, sparen beim Heizen oder verzichten auf gesellschaftliche Teilhabe. 4,6 Millionen Menschen leben inzwischen in erheblicher materieller Entbehrung. Die Zahlen zeigen: Die soziale Spaltung verl\u00e4uft nicht nur beim Einkommen, sondern zunehmend auch bei den realen Lebensbedingungen.<br \/>Auch regional driftet Deutschland sozial weiter auseinander: In Bayern ist etwa jede achte Person von Armut betroffen, in Sachsen-Anhalt bereits mehr als jede f\u00fcnfte und in Bremen sogar mehr als jede vierte Person.<br \/><br \/><strong>Wer besonders betroffen ist. <\/strong><br \/>Nach wie vor , und wie schon seit Jahren,sind Alleinerziehende sowie allein lebende Personen die am st\u00e4rksten von Armut betroffenen Haushaltsgruppen. Auch junge Erwachsene zwischen 18 und unter 25 Jahren sowie Menschen ab 65 Jahren sind \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig von Armut betroffen.<br \/>Dar\u00fcber hinaus sind Personen mit niedrigen Bildungsabschl\u00fcssen sowie Menschen ohne deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft \u00fcberdurchschnittlich von Armut betroffen.<br \/><br \/>Auch in den h\u00f6heren Altersgruppen zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei Personen ab 65 Jahren betr\u00e4gt die Armutsquote von Frauen 21,3 Prozent, w\u00e4hrend sie bei M\u00e4nnern bei 17,3 Prozent liegt. Damit ist mehr als jede f\u00fcnfte Frau im Rentenalter von Armut betroffen. In der Gruppe der Menschen ab 75 Jahren verst\u00e4rkt es sich noch weiter: Frauen mit 21,3 Prozent, M\u00e4nner hingegen mit 15,8 Prozent \u2013<br \/><br \/>Die Unterschiede in der Alterssicherung von Frauen und M\u00e4nnern sind laut Analysen vom Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung eng mit ungleichen Erwerbsverl\u00e4ufen verbunden. Geringere Erwerbseinkommen von Frauen f\u00fchren direkt zu niedrigeren Rentenanspr\u00fcchen, da diese in der gesetzlichen Rentenversicherung haupts\u00e4chlich lohnabh\u00e4ngig berechnet werden. Besonders M\u00fctter sind benachteiligt: Zwar sollen Kindererziehungszeiten diese Nachteile ausgleichen, tats\u00e4chlich wirken sie jedoch meist nur in den ersten Jahren nach der Geburt. Mit zunehmender Kinderzahl vergr\u00f6\u00dfern sich die L\u00fccken in den Rentenanspr\u00fcchen \u2013 vor allem in Westdeutschland.<br \/><br \/>Notwendig w\u00e4re eine bessere Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern, um k\u00fcnftige Versorgungsl\u00fccken nachhaltig zu verringern. In den mittleren Altersgruppen hingegen fallen die Unterschiede geringer aus: Bei den 25- bis unter 50-J\u00e4hrigen sowie den 50- bis unter 65-J\u00e4hrigen liegen die Armutsquoten von Frauen und M\u00e4nnern nahezu auf gleichem Niveau. Bei den unter 18-J\u00e4hrigen sind Jungen sogar leicht h\u00e4ufiger betroffen als M\u00e4dchen. Bei der Interpretation dieser Unterschiede ist zu ber\u00fccksichtigen, dass Armut auf Basis von Haushaltseinkommen gemessen wird. Das bedeutet: Nicht individuelle Einkommen, sondern die finanzielle Situation des gesamten Haushalts entscheidet dar\u00fcber, ob eine Person als arm gilt. In Paarhaushalten \u2013 insbesondere in heterosexuellen Partnerschaften \u2013 werden Einkommensunterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern da durch statistisch nivelliert, da beide gemeinsam als arm oder nicht arm gelten. Geschlechtsspezifische Unterschiede im sozio\u00f6konomischen Status treten daher vor allem dann deutlich zutage, wo Frauen allein leben oder nicht in (hetero- sexuellen) Paarhaushalten eingebunden sind. Dies ist insbesondere im h\u00f6heren Alter der Fall, etwa als Witwe.<br \/>Entsprechend zeigen sich die Folgen ungleicher Bezahlung, unterbrochener Erwerbsverl\u00e4ufe und struktureller Benachteiligungen von Frauen besonders stark in diesen Lebensabschnitten. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass sich geschlechtsspezifische Unterschiede in der Armutsbetroffenheit statistisch insbesondere in der Phase des jungen Erwachsenenalters sowie im h\u00f6heren Lebensalter manifestieren.<\/div><\/div><br \/><\/div>","width":640,"height":426}