{"type":"rich","html":"<div style=\"width: 640; height: 426; font-family: sans-serif,arial,freesans;\" ><div id=\"shared_container_1825240277\" class=\"shared_container\"><div id=\"shared_header_1825240277\" class=\"shared_header\"><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\"><img src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/profile\/s\/4\" alt=\"Emmaus K\u00f6ln\" height=\"32\" width=\"32\" loading=\"lazy\" \/><\/a><span><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\">Emmaus K\u00f6ln<\/a>  wrote the following  <a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/display\/7f1a9ecb-f41e-4297-bacb-10e86ed13c9e\">post <\/a><span class=\"autotime\" title=\"2012-10-15T02:00:00+02:00\">Mon, 15 Oct 2012 02:00:00 +0200<\/span><\/span><\/div><div id=\"reshared-content-1825240277\" class=\"reshared-content\"><strong>Kunsta(u)ktion Kunst Hilft Geben 2012<\/strong><br \/>Vom 28.Oktober bis zum 04. November findet in der IHK zu K\u00f6ln eine Kunstausstellung mit anschlie\u00dfender Auktion statt. Namhafte K\u00fcnstler und B\u00fcrger haben f\u00fcr diese Benefizversteigerung Werke gespendet oder \u00fcbernehmen die Schirmherrschaft. Alle Erl\u00f6se dieser Aktion kommen zw\u00f6lf K\u00f6lner gemeinn\u00fctzigen Einrichtungen zugute.<br \/><br \/>Die K\u00f6lner Emmaus Gemeinschaft e.V. ist einer der bedachten Vereine, und mit Sicherheit haben wir Bedarf an zus\u00e4tzlichen Mitteln in der Obdachlosenarbeit auf lokaler, nationaler und auch internationaler Ebene.<br \/><br \/>Dennoch haben wir die Veranstaltung vereinsintern durchaus kontrovers diskutiert.<br \/><br \/><a class=\"zrl\" href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photos\/info\/image\/ad0bf6e0-371f-43db-b5b5-078c65bae811\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img class=\"zrl\" style=\"max-width: 100%;\" src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/ad0bf6e0-371f-43db-b5b5-078c65bae811-1.jpg\" alt=\"cache_2427769169.jpg-t-1349981188.jpg\" title=\"cache_2427769169.jpg-t-1349981188.jpg\" loading=\"eager\" \/><\/a><br \/><span class=\"bookmark-identifier\">#^<\/span><a class=\"bookmark\" href=\"https:\/\/kunst-hilft-geben.de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/kunst-hilft-geben.de<\/a><br \/><br \/>Deswegen hier auch einige grunds\u00e4tzliche Bemerkungen:<br \/><br \/>Wenn wir von unserer Gesellschaft reden, dann meinen wir, dass es, wie Abb\u00e9 Pierre vor vielen Jahren gesagt hat; einen Krieg der Reichen gegen die Armen gibt, der auf ganz anderen Ebenen gef\u00fchrt wird als nur auf der kommunalen Ebene .<br \/><br \/>Auf allen gesellschaftlichen Ebenen wird immer deutlicher:<br \/><br \/>Es sollen nutzlose Menschen aussortiert und m\u00f6glichst nicht mehr zu Wort kommen.<br \/><br \/>Unser \u201eSozial\u201c- System will und kann nur noch die lokalen Wunden ein wenig zukleistern , an einen Wechsel im Bewusstsein, der Vision, dass alle Menschen ihre W\u00fcrde, ihren Zugang auf Gesundheit, Bildung und Arbeit haben, wird schon lange kein Gedanke mehr verschwendet.<br \/><br \/>In diesem R\u00e4derwerk sollen wir von Emmaus dann f\u00fcr den \u201eAlmosenbetrieb\u201c zust\u00e4ndig sein.<br \/><br \/>Und wir wissen auch dies alle: Das wird nicht reichen in einer globalisierten Welt, in der Millionen von Menschen von Osten und Afrika nach Europa dr\u00e4ngen und sich das holen werden, was sie brauchen und was wir ihnen nicht geben wollen.....\/<br \/><br \/>Aber auch das ist unsere gesellschaftliche Realit\u00e4t:<br \/><br \/>Gutverdiendende aus der Mittelschicht verachten den Sozialstaat, Intellektuelle machen Front gegen Solidarit\u00e4t.<br \/><br \/>Alles eben nicht neu, denn schon vor ca. 15 Jahren, ein paar Jahre nach der weltweiten Einf\u00fchrung, dem weltweiten Sieg des neoliberalen Denkens, der Idee, dass man die Reichen so weit entlasten muss wie nur irgend m\u00f6glich, die deregulierten Kr\u00e4fte des \u201eHeilenden Marktes\u201c alles tun, dass auch im Bodensatz der Gesellschaften der Wohlstand ankomme, haben wir von Emmaus schon vorausgesagt, dass es eine Spaltung der Gesellschaft in Reich und Arm geben wird, mit wenig Interesse aneinander, mit keinerlei Kenntnis voneinander.<br \/><br \/>Aus dem Wohlstand f\u00fcr alle ist nat\u00fcrlich nichts geworden, vielmehr werden nach dem Prinzip der Barmherzigkeit einige Brosamen als Almosen und Spenden unter den Tisch geworfen.<br \/><br \/>\u201e Das System in Deutschland verkraftet die Armen\u201c<br \/><br \/>Die Frage nach freier Entfaltung in Menschenw\u00fcrde, nach gerechten Strukturen, nach freiem Zugang zu Gesundheit, Bildung und Kultur wird gar nicht mehr gestellt, ist nicht mehr Thema des politischen Mainstreams, vielmehr:<br \/><br \/>Armut und Ausgegrenztsein ist jeder selber schuld, und vielleicht gibt es den ein oder anderen Gutschein, das Carepaket der Tafeln zu Weihnachten, denn Verelendung ist nach heutigem Verst\u00e4ndnis individuell zu verantworten und eben auch individuell zu begegnen:<br \/><br \/>Aber immer durch Gew\u00e4hrung von Almosen<br \/><br \/>Der Kampf f\u00fcr Gerechtigkeit, die innere Struktur einer Emmaus- Gemeinschaft, die nicht ein Ort des Almosens ist, wo nicht ein Teller Suppe gew\u00e4hrt wird, sondern wo m\u00f6glichst selbstbewusste Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen wollen und k\u00f6nnen, dieser Aktionsansatz gar nicht mehr verstanden, gar nicht mehr gewollt zur Kenntnis genommen.<br \/><br \/>Kurz:<br \/><br \/>Entweder Geld und Arbeit oder Almosen und offene H\u00e4nde zum Betteln, das sind die einzigen Alternativen der Wahrnehmung auch in der sog. wohlmeinenden \u00d6ffentlichkeit.<br \/><br \/>Und wie jedes Jahr, vor allem zur Weihnachtszeit, bef\u00e4llt uns Abscheu ob der vielen Anrufe und Berichte \u00fcber vordergr\u00fcndige Betroffenheit gegen\u00fcber Armut. Sie \u00f6den uns an, da sie immer ausblenden, dass es grunds\u00e4tzlich und ohne Ausnahme ein Menschenrecht ist, gute Gesundheit, Bildung und Wohnung zu haben, die nicht gew\u00e4hrt wird wie aus dem \u201eBarmherzigkeitssack des Weihnachtsmanns\u201c, sondern aus den gemeinsamen Ressourcen, zu denen alle Zugang haben m\u00fcssen.<br \/><br \/>Immer mehr werden zus\u00e4tzlich diejenigen , die noch nicht einmal mehr wohlmeinend daherkommen:<br \/><br \/>Elend, Behinderung, Altsein, Arbeitslosigkeit kotzt sie an, und das sagen sie auch immer offener.<br \/><br \/>Die Gesellschaft spaltet sich auf, keine gemeinsame Basis, kein Gemeinwesen, ein \u201eCommon Sense\u201c ist nicht erkennbar und auch nicht mehr gewollt.<br \/><br \/>Die Verm\u00f6genden kaufen sich ihre Leistungen und haben kein Interesse mehr an einer allgemein funktionierenden Infrastruktur von Staat und Kommunen.<br \/><br \/>Genau deshalb ist auch aus ihrer Sicht folgerichtig, dass diese Klasse denn auch immer weniger Steuern zahlt, Steuern sind zur Finanzierung von allgemein zug\u00e4ngigen Einrichtungen bestimmt, wer sich allerdings alles kaufen kann, braucht den Staat nicht mehr.<br \/><br \/>Zum Schluss: Wann fangen wir endlich an, unsere gemeinsamen Ressourcen nicht nach dem Almosenverst\u00e4ndnis an Bed\u00fcrftige zu verteilen, sondern uns f\u00fcr gerechte Strukturen zu k\u00fcmmern.<br \/><br \/>Willi Does<br \/><br \/>Vorsitzender Emmaus Gemeinschaft in K\u00f6ln<br \/><br \/>Vorstandsmitglied Emmaus Europa<\/div><\/div><br \/><\/div>","width":640,"height":426}