{"type":"rich","html":"<div style=\"width: 640; height: 426; font-family: sans-serif,arial,freesans;\" ><div id=\"shared_container_130315867\" class=\"shared_container\"><div id=\"shared_header_130315867\" class=\"shared_header\"><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\"><img src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/profile\/s\/4\" alt=\"Emmaus K\u00f6ln\" height=\"32\" width=\"32\" loading=\"lazy\" \/><\/a><span><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\">Emmaus K\u00f6ln<\/a>  wrote the following  <a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/display\/799e2ef9-9746-4e7b-9577-59ce88a4eb6e\">post <\/a><span class=\"autotime\" title=\"2006-07-01T02:00:00+02:00\">Sat, 01 Jul 2006 02:00:00 +0200<\/span><\/span><\/div><div id=\"reshared-content-130315867\" class=\"reshared-content\"><strong>emmaus macht einen Betriebsauflug...<\/strong><br \/><a class=\"zrl\" href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photos\/info\/image\/dfdf5d73-0214-47ff-987c-9837db399bc5\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img class=\"zrl\" style=\"max-width: 100%;\" src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/dfdf5d73-0214-47ff-987c-9837db399bc5-1.jpg\" alt=\"cache_2410550500.jpg-t-1323294847.jpg\" title=\"cache_2410550500.jpg-t-1323294847.jpg\" loading=\"eager\" \/><\/a><br \/><br \/>Schon vor vielen Wochen hatte die emmaus-gemeinschaft uns, die Mitarbeiter des emmaus-ladens in Nippes, eingeladen, mitzufahren. Die Fahrt sollte nach Polen gehen.<br \/>Sieben von uns haben sich angemeldet und mit den Erfahrungen mehrerer Reisen in fr\u00fcheren Jahren, sich lange auf die Reise gefreut. Die Organisation der Reise, dazu geh\u00f6rt auch das Chartern eines Reisebusses, den G\u00fcnter Bornefeld fahren sollte, hatte emmaus \u00fcbernommen und alle Mitreisenden zum Gl\u00fcck \u00fcber die Schwierigkeiten, die pl\u00f6tzlich auftauchten, im Unklaren gelassen.<br \/><br \/>Aber dann ging es am Mittwochmorgen endlich los. Unser Fahrer - offen &quot;h\u00f6r&quot;bar polnischer Herkunft - hatte resolut das Einladen unseres Gep\u00e4cks \u00fcbernommen und uns seine Art von Disziplin erkl\u00e4rt. Da der Bus nicht vollst\u00e4ndig besetzt war, hatten wir die Wahl der Sitzpl\u00e4tze und beim Start hatte ich das Gef\u00fchl, dass jeder mit seinen Gedanken bei diesem unbekannten, fremden Land war, von dem wir alle mehr Vorurteile als klare Vorstellungen hatten.<br \/><br \/>Schon vor Auftauchen des ersten Schildes &quot;Erfurt&quot; war eine innere Unruhe und gro\u00dfe Vorfreude bei Horst zu bemerken. Immer wieder erz\u00e4hlte er Geschichten aus seiner alten Heimatstadt. Es war anr\u00fchrend rauszuh\u00f6ren, wie viel Sehnsucht dahinter stecken musste. Von Dresden konnten wir nur die T\u00fcrme der Frauenkirche erhaschen. Und dann waren wir nach gut zehn Stunden endlich in G\u00f6rlitz. Unser \u00dcbernachtungsort war die Jugendherberge, die in einer alten Burg untergebracht war. Unsere Zimmer f\u00fcr diese Nacht waren nat\u00fcrlich hoch oben im Turm und entsprechend mussten wir unser Gep\u00e4ck schleppen.<br \/><br \/>Noch am gleichen Abend wollten wir die Stadt sehen und sind zu Fu\u00df bergab in die Stadt gelaufen. Der Fu\u00dfweg an diesem lauen Abend war das Erstaunlichste und Unglaublichste, was wir erwarten konnten: Die Stra\u00dfen der Stadt G\u00f6rlitz sind gro\u00df und ausladend, aber fast nicht belebt und kaum befahren, das war schon ein bisschen unheimlich und erinnerte ein wenig an eine Geisterstadt. Die H\u00e4user im Jugendstil sind durchweg renoviert, super instand gesetzt und ganze Stra\u00dfenz\u00fcge gl\u00e4nzen in voller Pracht. Viel zu sehen f\u00fcrs interessierte Auge.... In dem Lokal, in dem wir schlie\u00dflich gelandet sind, waren wir gern gesehene, weil fast die einzigen G\u00e4ste.<br \/><br \/>(Mal ein ganz pers\u00f6nlicher Einwand: Als bekannt wurde, dass das Ruhrgebiet 2010 die Kulturhauptstadt Europas sein w\u00fcrde, habe ich mich sehr gefreut: Jau, der Ruhrpott hat auch wirklich verdient, bei den Menschen in einem anderen Licht als Dreck, Kohle und Stahl gesehen zu werden: Im Licht von Kultur und neu erwachter Sch\u00f6nheit. Aber seit ich in G\u00f6rlitz war, denke ich, dass diese Stadt als Mitbewerber diesen Titel auch verdient h\u00e4tte, zumal G\u00f6rlitz dann sicher neue Lebendigkeit von Besuchern und Bewunderern erlebt h\u00e4tte.) <br \/>Um diesen Eindruck mit ein wenig Make up aufzupolieren, vorab unsere Eindr\u00fccke von G\u00f6rlitz auf der R\u00fcckfahrt: Am Sonntagnachmittag war die Stadt um einiges belebter, die Restaurants und Caf\u00e9s besser besucht und im Sonnenschein wirkte die Stadt gleich freundlicher und offener. Das Restaurant, dessen einzige G\u00e4ste wir am Mittwochabend waren, war besetzt und die Au\u00dfengastronomie boomte. Auf Empfehlung haben wir dann das Nationalgericht von G\u00f6rlitz\/Niederschlesien probiert: Schlesisches Himmelreich. Und so f\u00fchlten wir uns auch: Dem Himmel sehr nahe in gro\u00dfer Runde, bei Sonnenschein und bei besonderer Aussicht auf die Sch\u00f6nheiten der Stadt G\u00f6rlitz. (Zum Nachkochen: Kartoffelkl\u00f6\u00dfe, gebratenes Kasseler mit Kompott von Trockenpflaumen).<br \/><br \/>Nach recht kurzer Nacht in einem 6-Bett-Zimmer (mit den \u00fcblichen Knarrger\u00e4uschen der Betten bei jedem Umdrehen) ging die Fahrt weiter - endlich nach Polen. Die Grenze war unkompliziert und schnell \u00fcberwunden. Da hatten wir auch andere Vorstellungen von Kontrollen. Nahe den polnischen Stra\u00dfen waren praktisch keine St\u00e4dte zu sehen, viel l\u00e4ndliches Gebiet, einzelne H\u00e4user, die teilweise in Renovierung begriffen waren. Nach vielen Stunden dann endlich der erste Hinweis auf &quot;Krakow&quot;. Nach Befragen von Passanten und Polizisten und einigem Herumirren innerhalb der Stadt war dann doch noch unser Hotel gefunden. Wir waren alle \u00fcberrascht und auch erfreut, in Zweierzimmern untergebracht zu sein - Luxus.<br \/><br \/>Am Abend sind wir dann alle mit der Bahn in die Innenstadt von Krakau gefahren. Nachdem wir Geld gewechselt hatten (4 Zloty=1 Euro), konnten wir auch versuchen, unseren Hunger zu stillen. Schnell mussten wir feststellen, dass es unz\u00e4hlige Einkehrm\u00f6glichkeiten gab, etwas zu essen. Die sch\u00f6nen Herbsttage lie\u00dfen es zu, noch drau\u00dfen zu sitzen und so war unsere erste Mahlzeit in Krakau ein Erlebnis an Wohlgeschmack, Gem\u00fctlichkeit und unerwartetem Freilichtgenuss.<br \/><br \/>Am Freitag war dann ein Besuch bei emmaus in Nova Huta vorgesehen. Nova Huta (Deutsch: Neue H\u00fctte) war eine bl\u00fchende Stahlarbeiterstadt, in der aber inzwischen eine sehr hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Soviel Gastfreundlichkeit, so eine herzliche Atmosph\u00e4re bei Kaffee und Kuchen....<br \/><br \/>Die weitere Fahrt an diesem Freitag sollte einem Besuch bei der emmaus-gemeinschaft in Nowy Sacz dienen. Auch hier waren wir offensichtlich sehr willkommen und wurden \u00fcberaus gro\u00dfz\u00fcgig bewirtet. Ein Besuch in den dortigen Verkaufsr\u00e4umen machte deutlich, in welch reicher Gesellschaft wir hier bei uns sogar second hand leben. Die emmaus-l\u00e4den hier sind gro\u00dfz\u00fcgig best\u00fcckt mit tollen Sachen und \u00dcberfluss. In Polen sieht man sogar in dem Verkaufsraum, dass die Menschen nicht viel abzugeben haben und aus zweiter Hand wirklich einfachste, wenige Dinge kaufen k\u00f6nnen.<br \/><br \/>Der folgende Samstag stand f\u00fcr alle zur freien Verf\u00fcgung. Uns alle zog es in die wunderbare Stadt Krakau, die wir abends nur kurz kennen gelernt hatten. Sehensw\u00fcrdigkeiten allenthalben, der Mariendom ist ein bekanntes Wahrzeichen. Au\u00dferdem gibt es viele, viele andere Kirchen und wir haben niemals mehr Hochzeiten an einem Tag gesehen als dort. <br \/>Fr\u00f6mmigkeit, Geschichte, Gastlichkeit, das sind die Themen und nach einigen Stunden Kultur, Kunst, Kirche und K\u00f6nige wollten wir noch unbedingt das J\u00fcdische Viertel sehen. Auf den Spuren dieser besonderen Geschichte konnten wir das Leben in diesem alten Viertel mit seinen alten H\u00e4usern, Kopfsteinpflaster und Synagogen sp\u00fcren. Beim Rundgang entdeckten wir ein wundersch\u00f6nes &quot;koscheres Restaurant&quot; in dessen Hof wir entspannt Pause machen konnten.<br \/>Am Abend f\u00fchlten wir uns schier trunken von soviel Heiligenfiguren, Fr\u00f6mmigkeit, Gold und Glitzer, Gauklern, aber auch von der gro\u00dfen Lebendigkeit dieser wunderbaren Stadt Krakau.<br \/>Ich gerate ins Schw\u00e4rmen, sehr bewusst und aus ehrlichem Herzen....<br \/><br \/>Koffer packen am Sonntagmorgen und dann ab in den Bus f\u00fcr einen Sonntagnachmittag und eine Nacht nach G\u00f6rlitz (siehe Bericht oben) und dann nach K\u00f6ln.<br \/><br \/>Das waren erlebnisreiche Tage, die allen gefallen haben. Dazu kommt, dass wir immer ein bisschen mehr voneinander erfahren, die Mitglieder der emmaus-gemeinschaft und die Mitarbeiter des emmaus-ladens.<br \/><br \/>Brigitte H.<\/div><\/div><br \/><\/div>","width":640,"height":426}