{"type":"rich","html":"<div style=\"width: 640; height: 426; font-family: sans-serif,arial,freesans;\" ><div id=\"shared_container_325672014\" class=\"shared_container\"><div id=\"shared_header_325672014\" class=\"shared_header\"><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\"><img src=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/photo\/profile\/s\/4\" alt=\"Emmaus K\u00f6ln\" height=\"32\" width=\"32\" loading=\"lazy\" \/><\/a><span><a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/channel\/info\">Emmaus K\u00f6ln<\/a>  wrote the following  <a href=\"https:\/\/emmaus-koeln.de\/display\/6dd221cd-09e8-404d-aefe-b394b4028234\">post <\/a><span class=\"autotime\" title=\"2001-09-22T02:00:00+02:00\">Sat, 22 Sep 2001 02:00:00 +0200<\/span><\/span><\/div><div id=\"reshared-content-325672014\" class=\"reshared-content\"><strong>SCI Workcamp bei emmaus in K\u00f6ln<\/strong><br \/>Vom 2. bis 22. September fand in der emmaus-Gemeinschaft in K\u00f6ln ein vom SCI organisiertes Workcamp statt. Die Teilnehmer, darunter 5 M\u00e4nner und 7 Frauen, waren zwischen 18 und 44 Jahren alt und kamen aus den L\u00e4ndern Polen, Wei\u00dfrussland, Ukraine, Irland, England, Frankreich, USA, Japan und Deutschland. Anke und ich - die Deutschen, waren als Leiter dabei. Unsere bunt gescheckte Gruppe war in den B\u00fcror\u00e4umen des B\u00fccherhauses recht komfortabel untergebracht. Auch \u00fcber die Entfernung zum Arbeitsplatz konnten wir uns nicht beschweren.<br \/><br \/>Urspr\u00fcnglich sollten wir der Gemeinschaft bei dem Anstrich einiger Wertstoff-Container und des Verkaufsgeb\u00e4udes helfen. Durch das penetrant schlechte Wetter war uns dies jedoch nicht verg\u00f6nnt, und wir arbeiteten haupts\u00e4chlich drinnen, in f\u00fcr ein Workcamp recht vielseitigen Aufgabenbereichen: In der ersten Woche halfen wir bei der Errichtung edler Trennw\u00e4nde f\u00fcr Lager und Verkauf in der M\u00f6belhalle und im Flohmarktgeb\u00e4ude.<br \/><br \/>Die zweite Woche stand unter dem Zeichen eines Hilfstransports f\u00fcr eine emmaus-Gemeinschaft in Polen, dabei mussten wir Flohmarktgut und M\u00f6bel verladen. F\u00fcr das Ende der zweiten und die gesamte dritte Woche durch arbeiteten wir dann mit Markus im leicht verstaubten B\u00fccherhaus, wo ein Raum neu gestrichen und einger\u00e4umt werden musste. Daneben gab es immer mehrere Gruppen die f\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfig anfallenden Aufgaben zust\u00e4ndig waren. Sie halfen bei Transport und Aufbau von M\u00f6beln und sortierten Kostbarkeiten f\u00fcr den Flohmarkt und die Modeabteilung.<br \/><br \/>Au\u00dferdem gab es jeden Vormittag zwei Tapfere, die den hiesigen K\u00fcchenchefs Hans und Pascale in der K\u00fcche beistanden. Dort, im Guffanti-Haus, a\u00dfen wir dann beinahe jeden Mittag, in Gesellschaft von der Gemeinschaft, den Zivis und manchmal noch illustren G\u00e4sten. In der Mittagspause waren wir zumeist unter uns und verausgabten uns bei Flipper, Tischfu\u00dfball, Dart und Fernsehen. Unsere Arbeitszeiten gingen von 9 bis 12.45 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, f\u00fcr ein Workcamp eine recht lange Spanne, die uns jedoch durch die gr\u00fcndlichen Kaffe- und Kekspausen vers\u00fc\u00dft wurde.<br \/><br \/>In unserer Freizeit unternahmen wir unter anderem Ausfl\u00fcge nach Aachen und Bonn, hatten eine fachkundige Stadtf\u00fchrung mit Hermann und Stefan und konnten uns den Wanst voll schlagen bei einem gemeinsamen Brunch von anderen emmaus-Gruppen und Mitgliedern der Guffanti-Stiftung. Wir besuchten das Schokoladenmuseum (lecker!) und eine Vorstellung des Obdachlosentheaters, zu der uns Horst netterweise freien Eintritt verschafft hat.<br \/><br \/>Nebenher haben wir im Rahmen des Studyparts einigen interessanten Vortr\u00e4gen gelauscht: Maria Mies, eine Globalisierungsgegnerin der ersten Stunde, erz\u00e4hlte uns von vergangenen und zuk\u00fcnftigen Schweinereien der WTO. Ebenso Jan, von der regionalen ATTAC-Gruppe, den wir auf einer Demonstration kennen gelernt hatten. Willi und Pascale schlie\u00dflich gaben uns einen R\u00fcckblick auf die Gr\u00fcndung der emmaus-Bewegung und bilanzierten die aktuelle Lage. Dann fiel unser Camp auch noch in die Zeit der Terroranschl\u00e4ge in New York und Washington, was f\u00fcr zus\u00e4tzlichen Diskussionsstoff sorgte.<br \/><br \/>Durch die Bildungsoffensive und die all die anderen neuen Eindr\u00fccke waren wir abends meist zu m\u00fcde, um den K\u00f6lner Nachtleben ausgiebiger zu fr\u00f6nen. Au\u00dferdem schreckte viele der weite Weg zum Zentrum. So begn\u00fcgten wir uns lieber mit Spielen, Schw\u00e4tzen und Puzzlen und hatten auch unseren Spa\u00df.<br \/><br \/>Die Atmosph\u00e4re in der Gruppe war meistens sehr nett und entspannt. Ab und zu gab es jedoch Stress mit zwei Campteilnehmern. Das gipfelte in einem heftigen Zwist mit ihrem Zimmernachbarn. Am Ende fl\u00fcchteten sich beide in die Gemeinschaft, wo sie freundlicherweise bis zum Ende des Camps bleiben durften. Sie beteiligten sich jedoch weiterhin an der gemeinsamen Arbeit. Durch den Abstand k\u00fchlten sich die Gem\u00fcter wieder etwas und bei der Abschiedsparty waren wir wieder gemeinsam am Kochen. Danach labten wir uns mit der Gemeinschaft am Buffet und spielten ulkige Spiele, die wir Cyla zu verdanken haben. Dieser Abend war f\u00fcr mich eines der sch\u00f6nsten Erlebnisse w\u00e4hrend des Camps.<br \/><br \/>Auch die Zusammenarbeit mit emmaus hat sehr gut geklappt und ich glaube, dass jeder einen recht gr\u00fcndlichen Einblick in Theorie und Praxis des Gemeinschaftslebens erhalten hat. Leider gab es \u00fcber die Arbeit hinaus nicht allzuviel Geplauder zwischen uns und den einzelnen Leuten, aber das lag wohl an der Sprachbarriere und weil es vielleicht allen manchmal zu viel war.<br \/><br \/>Mir hat pers\u00f6nlich gut gefallen, dass in der Gemeinschaft wirklich jeder ernst genommen wird, gleichzeitig aber auch von jedem verlangt wird, selbst Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Ich glaube, dass das wirklich ein guter Weg ist, um Bewusstsein f\u00fcr sich selbst und die Gruppe zu schaffen. Auf der anderen Seite habe ich aber auch das Gef\u00fchl gekriegt, dass die Arbeit und das Zusammensein in der Gemeinschaft manchmal dazu dienen k\u00f6nnen, Probleme zu umgehen, wie es Willi in seinem Vortrag erl\u00e4utert hat.<br \/><br \/>Dadurch, dass die Gemeinschaft und damit die Arbeit stets pr\u00e4sent bleiben, kann sich jeder gewisserma\u00dfen in ihr aufl\u00f6sen. Damit rationalisiert man die eigenen W\u00fcnsche und Konflikte mit der Begr\u00fcndung, dass die Belange der Gemeinschaft einfach wichtiger w\u00e4ren. Ich glaube man entflieht so aber nur dem Eingest\u00e4ndnis der eigenen Schw\u00e4che, welches jeden ehrlichen Umgang mit sich selbst bedingt.<br \/><br \/>Nach diesen etwas moralinsauren Betrachtungen m\u00f6chte ich zum Schluss noch einmal allen Mitgliedern der Gemeinschaft f\u00fcr ihre herzliche Aufnahme danken - Ihr habt mitgeholfen, das Camp f\u00fcr alle Teilnehmer zu einer einmaligen Sache zu machen!<br \/><br \/>Nils Bolm<\/div><\/div><br \/><\/div>","width":640,"height":426}